Lernen im Integrationskurs – Wie geht das online?

Seit Dezember 2020 finden unsere Integrationskurse online statt. Welche Erfahrungen die TeilnehmerInnen und LehrerInnen damit machen, erzählen wir in diesem Artikel.

 

Welches Buch ist größer? Im Integrationskurs wird der Komparativ geübt.

Im Integrationskurs bei Silvia Hepach lernen die TeilnehmerInnen heute den Komparativ. Dazu gehören regelmäßige Formen wie schön – schöner und groß – größer. Doch die TeilnehmerInnen müssen sich auch Ausnahmen wie gern – lieber einprägen. Für die Einführung des neuen Grammatikthemas hat Silvia Folien mit den Regeln und Beispielen vorbereitet. Nach der Erklärung üben die TeilnehmerInnen erst im Plenum und dann zu zweit in Zoom-Breakout-Räumen. Ich möchte genauer wissen, welche Erfahrungen die TeilnehmerInnen im Online-Unterricht machen. Dafür spreche ich mit Guillermo und Thibaud. „Der Online-Unterricht ist gut, aber Präsenzunterricht ist besser“, sagt Thibaud und wendet gleich den neu gelernten Komparativ an. Ihm fehle vor allem die soziale Interaktion und der Austausch mit den anderen Lernenden. Als ihr Kurs auf Online-Unterricht umstellte, kannten sich die TeilnehmerInnen gerade einmal zwei Wochen.

 

Gemeinsam werden die Lösungen der Hausaufgaben verglichen.

Einen Vorteil hat der Online-Unterricht aber auch: „Es ist bequemer, weil ich länger schlafen kann“, sagt Guillermo lachend. Für die Kursleiterin Silvia ist das Unterrichten intensiv, aber auch sehr abwechslungsreich. „Wenn man Routine in der Handhabung verschiedener Tools hat, kann man reibungslos unterschiedliche Medien einsetzen.“ Wichtig seien Rituale wie die tägliche Hausaufgabenkontrolle zu Beginn des Unterrichts, die den Kurs strukturieren. Auch Michael Ehrlich, Lehrer in unserem Nachmittagskurs, beginnt seinen Unterricht damit. Seit zwei Wochen leitet er den Kurs, der im Online-Format gestartet ist. „Die Partnerarbeit in den Breakout-Räumen funktioniert gut. Schwieriger ist es mit den Schreibaufgaben, da man den LernerInnen während des Schreibprozesses nicht über die Schultern schauen und Tipps geben kann.“

 

Praktikantin Josephine Wabra sammelt Wortschatz zum Thema Bewerbung.

Der Online-Unterricht soll dem klassischen Unterricht in nichts nachstehen. Dazu gehört es auch, dass bei Wisamar regelmäßig PraktikantInnen hospitieren und eigene Unterrichtsversuche unternehmen. So auch Josephine Wabra, die seit mehreren Wochen einen Kurs begleitet. „Für mich war das auch eine besondere Erfahrung. Nach dem Unterricht habe ich immer mit meiner Praktikumsbetreuerin Mareike Betz telefoniert.“ Auf diese Art und Weise tauschten sich die beiden immer wieder aus und reflektierten den Unterricht. „Josephine war auch in den Breakout-Räumen eine große Unterstützung für die schwächeren Lernenden“, sagt die Kursleiterin Mareike Betz. Probleme hätten vor allem die LernerInnen, die sich mit digitalen Medien wenig auskennen.

 

Suhela mit ihrer Tochter

Für die Teilnehmerin Suhela ist der Online-Unterricht aus einem anderen Grund schwierig: Sie betreut zusätzlich zum Deutschkurs ihre 4 Kinder im Alter von 3 bis 13 Jahren. „Heute um 14 Uhr spricht Frau Merkel“ – Suhela hofft, dass zumindest ihre Kinder bald wieder in die Schule gehen können. Damit sie besser am Unterricht teilnehmen kann, hat die Wisamar Bildungsgesellschaft Suhela ein Tablet geliehen.

Für eine andere Kursteilnehmerin ist der Online-Unterricht dagegen ein echter Glücksfall: Stefany, die sich aus Peru zum Unterricht zuschaltet. Sie möchte dieses Jahr nach Deutschland ziehen und freut sich sehr, schon jetzt mit dem Deutschlernen beginnen zu können. Dafür nimmt sie auch frühes Aufstehen in Kauf: In Lima ist es 07:30 Uhr, wenn der Unterricht beginnt.

 

 

 

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